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Dieses Video aus erster Hand ist auf Türkisch. Eine deutsche Tonspur oder deutsche Untertitel werden nicht zugesichert.
Dieses türkischsprachige Video erläutert die HPV-Übertragung, Genitalwarzen beim Mann und allgemeine Aspekte der Vorbeugung.
Quelle: Offizieller YouTube-Kanal von Dr. Cem ÖzlükBei Verdacht auf Genitalwarzen reicht es nicht, eine Hautveränderung lediglich mit Fotos aus dem Internet zu vergleichen. Entscheidend sind Aussehen, Lage, Dauer, Veränderungen im Verlauf, mögliche Begleitsymptome und die persönliche Krankengeschichte. Typische anogenitale Warzen lassen sich häufig klinisch erkennen. Nicht jede Erhebung im Genitalbereich ist jedoch HPV-bedingt, und ein HPV-Test bestätigt eine sichtbare Warze in der Regel nicht.
Was sind Genitalwarzen?
Genitalwarzen – auch anogenitale Warzen, Kondylome oder Condylomata acuminata – sind gutartige Haut- oder Schleimhautveränderungen, die meist durch sogenannte Niedrigrisiko-Typen des humanen Papillomvirus verursacht werden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts spielen HPV 6 und 11 dabei die wichtigste Rolle.
Die Veränderungen können einzeln oder in Gruppen auftreten. Sie können flach, erhaben, gestielt oder unregelmäßig beziehungsweise papillomatös wirken. Farbe und Größe variieren deutlich. Manche Warzen sind sehr klein, andere wachsen zu größeren Arealen zusammen.
Eine HPV-Infektion kann zugleich vollständig ohne sichtbare Warzen verlaufen. Umgekehrt ist nicht jede sichtbare Erhebung im Genitalbereich eine Genitalwarze.
Ist jede Erhebung im Genitalbereich HPV?
Nein. Zu möglichen Verwechslungen gehören unter anderem:
- normale anatomische Varianten am Penis,
- sichtbare Talgdrüsen,
- Hautanhängsel,
- entzündete Haarfollikel,
- Molluscum contagiosum,
- seborrhoische Keratosen,
- Reiz- oder Verhornungsreaktionen,
- Condylomata lata bei Syphilis,
- entzündliche Hauterkrankungen,
- Krebsvorstufen oder bösartige Läsionen.
Deshalb ist eine reine Bilddiagnose aus dem Internet unsicher. Beleuchtung, Perspektive und Bildqualität können entscheidende Merkmale verdecken. Mehr zu typischen Erscheinungsformen finden Sie unter Genitalwarzen: Symptome und typische Merkmale.
Wann sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen?
Eine Untersuchung ist besonders sinnvoll, wenn:
- erstmals eine neue Veränderung im Genital- oder Analbereich auffällt,
- Anzahl oder Größe der Läsionen zunimmt,
- Juckreiz, Reizung, Schmerz oder Blutung auftreten,
- eine Veränderung am oder im Bereich der Harnröhrenöffnung liegt,
- Beschwerden im Analbereich bestehen,
- beim Partner oder bei der Partnerin Genitalwarzen festgestellt wurden,
- eine Läsion dunkel, hart, unregelmäßig oder fest mit dem Untergrund verbunden wirkt,
- eine offene oder nicht heilende Stelle besteht,
- eine vermeintliche Warze trotz Behandlung fortschreitet,
- eine Immunsuppression vorliegt,
- die Diagnose unklar bleibt.
Nicht geeignet ist es, unklare Genitalläsionen eigenständig mit frei verkäuflichen Warzenmitteln, Säuren oder ätzenden Substanzen zu behandeln. Diese Produkte können an Genitalhaut und Schleimhaut Verletzungen verursachen.
Was wird bei der Untersuchung beurteilt?
Die Abklärung beginnt mit Anamnese und körperlicher Untersuchung. Relevant sein können:
- seit wann die Veränderung besteht,
- Entwicklung von Anzahl, Größe, Farbe oder Oberfläche,
- Schmerzen, Juckreiz, Blutung, Ausfluss oder Brennen beim Wasserlassen,
- frühere Genitalwarzen oder andere sexuell übertragbare Infektionen,
- bisherige Cremes, Medikamente oder Eingriffe,
- bekannte Infektionen oder Läsionen beim Partner,
- HPV-Impfstatus,
- Erkrankungen oder Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen,
- Rauchen,
- Schwangerschaft beziehungsweise Kinderwunsch, sofern relevant.
Bei der Inspektion werden Form, Oberfläche, Farbe, Konsistenz, Ausbreitung und Beziehung zum umgebenden Gewebe beurteilt. Je nach Befund kann auch die umliegende Genital- und Perianalregion einbezogen werden.
Muss die Harnröhre oder der Analkanal untersucht werden?
Nicht bei jeder äußeren Genitalwarze. Die Lage der Läsion und die Beschwerden bestimmen den Umfang der Abklärung.
Bei Veränderungen direkt an der Harnröhrenöffnung, verändertem Harnstrahl, Blutung oder Verdacht auf eine Läsion innerhalb der Harnröhre kann eine weiterführende urologische Untersuchung erforderlich sein.
Bei perianalen Warzen bedeutet ein äußerer Befund nicht automatisch, dass auch der Analkanal betroffen ist. Wenn sich Läsionen nach innen fortsetzen könnten oder Blutung, Sekretion, Schmerz oder ein Fremdkörpergefühl bestehen, kann eine proktologische beziehungsweise kolorektale Beurteilung sinnvoll sein.
Bestätigt ein HPV-Test die Diagnose einer Genitalwarze?
In der Regel nein. Die CDC empfiehlt HPV-Tests nicht zur Diagnose anogenitaler Warzen, weil das Ergebnis weder die sichtbare Läsion sicher bestätigt noch die Wahl der Warzenbehandlung steuert.
Ein HPV-Test kann außerdem nicht zuverlässig beantworten:
- wann die Infektion erworben wurde,
- von welcher Person sie übertragen wurde,
- ob HPV an jeder anderen Körperstelle fehlt,
- ob eine konkrete Erhebung tatsächlich eine Warze ist.
HPV-Tests, die im Rahmen der Zervixkrebsvorsorge eingesetzt werden, erfüllen einen anderen Zweck und dürfen nicht mit der Diagnostik von Genitalwarzen gleichgesetzt werden.
Wann kann eine Biopsie nötig sein?
Typisch aussehende Warzen müssen nicht routinemäßig biopsiert werden. Eine Gewebeprobe kann jedoch sinnvoll sein, wenn:
- die Diagnose unsicher ist,
- die Läsion pigmentiert oder ungewöhnlich gefärbt ist,
- sie verhärtet oder am Untergrund fixiert erscheint,
- sie spontan oder leicht blutet,
- sie ulzeriert,
- sie rasch wächst oder sich deutlich verändert,
- sie auf eine angemessene Behandlung nicht anspricht,
- sie sich während der Behandlung verschlechtert,
- eine Krebsvorstufe oder maligne Läsion ausgeschlossen werden muss,
- bei Immunsuppression ein atypischer Befund vorliegt.
Eine Biopsie bedeutet nicht, dass bereits Krebs vermutet oder festgestellt wurde. Sie dient dazu, ähnlich aussehende Erkrankungen sicherer voneinander abzugrenzen.
Sollten andere sexuell übertragbare Infektionen geprüft werden?
Genitalwarzen bedeuten nicht automatisch, dass gleichzeitig eine andere STI vorliegt. Je nach Sexualanamnese, Kontaktart, Symptomen und Risikoprofil können zusätzliche Untersuchungen jedoch sinnvoll sein.
Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen, schmerzhafte Bläschen, offene Stellen, geschwollene Lymphknoten oder eine bekannte Infektion beim Partner können Anlass für gezielte Tests sein. Eine pauschale „STI-Komplettdiagnostik“ ist nicht für jeden Menschen gleich sinnvoll; Testart, Probenort und Zeitpunkt sollten zum konkreten Verdacht passen.
Sind Genitalwarzen Krebs?
Die große Mehrzahl der klassischen Genitalwarzen ist gutartig und wird durch Niedrigrisiko-HPV-Typen verursacht. Die HPV-Typen, die am häufigsten Warzen auslösen, unterscheiden sich meist von den Hochrisiko-Typen, die mit bestimmten Krebsvorstufen und Krebsarten verbunden sind.
Trotzdem sollte nicht jede Läsion automatisch als harmlose Warze eingestuft werden. Blutende, verhärtete, ulzerierte, pigmentierte, fixierte oder therapieresistente Veränderungen müssen erneut beurteilt werden.
Auch ein positiver HPV-Nachweis ist für sich genommen keine Krebsdiagnose.
Wie wird die Behandlung ausgewählt?
Für Genitalwarzen gibt es keine einzelne Methode, die bei allen Menschen und an jeder Körperstelle überlegen ist. Berücksichtigt werden unter anderem:
- Anzahl und Größe,
- anatomische Lage,
- Zugänglichkeit,
- flächige oder gruppierte Ausbreitung,
- frühere Behandlungen,
- Möglichkeit einer korrekten Eigenanwendung,
- Schwangerschaft,
- Immunstatus,
- mögliche Nebenwirkungen und Heilungsbedingungen,
- Präferenzen der betroffenen Person.
Grundsätzlich gibt es selbst anzuwendende verschreibungspflichtige Lokaltherapien und ärztlich durchgeführte Verfahren wie Kryotherapie, kontrollierte chemische Behandlung oder operative beziehungsweise ablative Methoden. Welche Option passt, hängt vom Befund ab. Einzelheiten finden Sie unter Genitalwarzen behandeln: Welche Möglichkeiten gibt es?.
Entfernt die Behandlung HPV vollständig aus dem Körper?
Nein. Die Behandlung richtet sich gegen sichtbare Warzen oder andere HPV-bedingte Läsionen, nicht gegen das Virus als solches. Nach Entfernung sichtbarer Warzen kann HPV weiterhin vorhanden sein. Bei vielen Menschen wird die Infektion im Verlauf vom Immunsystem kontrolliert und später nicht mehr nachweisbar; ein fester Zeitpunkt lässt sich nicht vorhersagen.
Daraus folgen drei wichtige Punkte:
- Das Verschwinden sichtbarer Warzen beweist nicht, dass HPV sofort verschwunden ist.
- Das Übertragungsrisiko wird nicht an einem bestimmten Tag sicher null.
- Warzen können nach einer Behandlung erneut auftreten.
Mehr dazu unter Warum können Genitalwarzen wieder auftreten?.
Ist Beobachten ohne Behandlung möglich?
Bei ausgewählten, eindeutig typischen und wenig belastenden Warzen kann ein abwartendes Vorgehen besprochen werden. Unbehandelte Warzen können spontan zurückgehen, unverändert bleiben oder an Zahl beziehungsweise Größe zunehmen. Vor einem solchen Vorgehen muss jedoch ausreichend sicher sein, dass keine andere behandlungsbedürftige Läsion vorliegt.
Was ist für Partner und Übertragung wichtig?
HPV wird vor allem durch engen Haut- und Schleimhautkontakt im Intimbereich übertragen. Das ist auch ohne sichtbare Warzen und ohne Penetration möglich. Kondome können das Risiko reduzieren, schützen aber nicht alle potenziell betroffenen Hautareale.
Eine HPV-Diagnose erlaubt normalerweise keine sichere Aussage darüber, wann oder von wem eine Infektion stammt. Partner teilen HPV häufig, ohne dass beide sichtbare Veränderungen entwickeln. Einzelheiten: HPV in der Partnerschaft: Was ist zu beachten?.
Behandelt die HPV-Impfung bestehende Warzen?
Nein. Die HPV-Impfung ist präventiv. Sie soll neue Infektionen mit den im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen verhindern; bestehende HPV-Infektionen oder vorhandene Genitalwarzen behandelt sie nicht. Der Impfstatus kann dennoch unabhängig von der aktuellen Warzenbehandlung geprüft werden.
Was sollte vor der Untersuchung vermieden werden?
Unklare Läsionen sollten nicht aufgeschnitten, ausgedrückt, abgerissen oder mit aggressiven Chemikalien behandelt werden. Solche Manipulationen können zu Blutung, Entzündung, Verbrennung, Narbenbildung und erschwerter Beurteilung führen.
Wann sollte die Abklärung nicht aufgeschoben werden?
Bei raschem Wachstum, wiederholter Blutung, Ulzeration, deutlicher Verhärtung, starker Schmerzhaftigkeit, Harnabflussstörung, ausgeprägten analen Beschwerden oder ungewöhnlichem Befund bei Immunsuppression sollte zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
Häufige Fragen
Braucht man für Genitalwarzen einen Bluttest?
Nein. Es gibt keinen Bluttest, mit dem sich eine sichtbare Genitalwarze bestätigen lässt. Blutuntersuchungen können je nach Situation für andere Infektionen oder Fragestellungen sinnvoll sein.
Schließt ein negativer HPV-Test eine Genitalwarze aus?
Nein. Ein HPV-Test ist zur Diagnose anogenitaler Warzen nicht vorgesehen und kann eine einzelne Läsion nicht zuverlässig bestätigen oder ausschließen.
Kann man Genitalwarzen nur durch Anschauen sicher erkennen?
Viele typische Warzen werden klinisch erkannt. Bei atypischem Aussehen oder unklarem Verlauf kann jedoch eine Biopsie oder andere Differenzialdiagnostik erforderlich sein.
Sollte man eine Warze abreißen oder ausdrücken?
Nein. Das kann Gewebe verletzen und die weitere Beurteilung erschweren.
Muss bei Genitalwarzen vollständig auf Sex verzichtet werden?
Dafür gibt es keine starre, für alle Situationen gültige Zeitgrenze. Bei sichtbaren Warzen, offenen oder gereizten Behandlungsstellen sollte enger Kontakt mit dem betroffenen Areal vermieden und das weitere Vorgehen individuell besprochen werden.
Video zum Thema
Auf der türkischen Ausgangsseite ist ein Informationsvideo von Dr. Cem Özlük zu HPV, Übertragung und Genitalwarzen eingebunden. Das Video ist auf Türkisch. Für die deutschsprachige Seite ist der schriftliche deutsche Inhalt maßgeblich; eine deutsche Tonspur oder deutsche Untertitel werden nicht vorausgesetzt.
Hinweis
Diese Seite dient der allgemeinen medizinischen Information. Sie ersetzt keine Untersuchung einer konkreten Genitalläsion und enthält keine individuelle Diagnose oder Behandlungsempfehlung.

Quellen3 Quellen
2025
Robert Koch-Institut (RKI). *HPV-Infektion – Antworten auf häufig gestellte Fragen*. Stand 2025- Centers for Disease Control and Prevention (CDC). *Anogenital Warts – STI Treatment Guidelines*
- Centers for Disease Control and Prevention (CDC). *Human Papillomavirus (HPV) Infection – STI Treatment Guidelines*
