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Männliche Sexualgesundheit

Informationen zu Erektion, Ejakulation, Libido, Peyronie-Krankheit und zur medizinischen Abklärung männlicher Sexualfunktionsstörungen.

Medizinische Informationsgrafik zu Männliche Sexualgesundheit

Männliche Sexualgesundheit umfasst sexuelles Verlangen, Erregung, Erektion, Ejakulation, Orgasmus und mögliche Schmerzen im Zusammenhang mit sexueller Aktivität. Eine Veränderung in einem dieser Bereiche lässt sich nicht automatisch auf eine einzelne Ursache oder allein auf das Lebensalter zurückführen. Körperliche Erkrankungen, Medikamente, psychische Belastungen und Beziehungskontext können sich überschneiden. Ziel der medizinischen Abklärung ist zunächst, die konkrete Beschwerde zu definieren und anschließend mögliche Optionen mit Nutzen, Risiken und Grenzen einzuordnen.

Welche Beschwerden gehören zur männlichen Sexualgesundheit?

Sexualgesundheit ist mehr als die Frage, ob eine Erektion möglich ist. Medizinisch relevant können zum Beispiel sein:

Eine einzelne situationsabhängige Veränderung ist nicht automatisch eine Erkrankung. Wiederholung, Dauer, Belastung und Begleitsymptome bestimmen mit, ob eine Abklärung sinnvoll ist.

Wie wird eine erektile Dysfunktion abgeklärt?

Erektile Dysfunktion bezeichnet wiederkehrende Schwierigkeiten, eine für sexuelle Aktivität ausreichende Erektion zu erreichen oder zu erhalten. Sie kann mit Gefäßgesundheit, Diabetes, hormonellen Faktoren, neurologischen Erkrankungen, Schlaf, psychischer Verfassung, Medikamenten und Lebensstil zusammenhängen.

In der ersten Beurteilung werden unter anderem Beginn und Verlauf, morgendliche oder spontane Erektionen, Libido, Ejakulation und Orgasmus sowie die allgemeine Krankengeschichte erfasst. Körperliche Untersuchung und Basisdiagnostik werden nach den individuellen Befunden gewählt.

Ein Penisdoppler ist keine automatische Standarduntersuchung bei jedem Erektionsproblem. Er kann dann sinnvoll werden, wenn eine konkrete gefäßbezogene Frage beantwortet werden soll und das Ergebnis die weitere Planung beeinflussen kann.

Erektile Dysfunktion

Ursachen einer erektilen Dysfunktion

Therapieoptionen bei erektiler Dysfunktion

Wie wird vorzeitiger Samenerguss beurteilt?

Vorzeitige Ejakulation ist nicht nur eine mit der Stoppuhr gemessene Zeitfrage. Kontrollgefühl, Dauerhaftigkeit, persönliche oder partnerschaftliche Belastung und die Situationen, in denen das Problem auftritt, gehören zur Beurteilung.

Es ist außerdem relevant, ob die Beschwerde seit Beginn des Sexuallebens besteht oder erst später entstanden ist. Bei erworbener vorzeitiger Ejakulation können beispielsweise gleichzeitig bestehende Erektionsprobleme, bestimmte urologische oder endokrine Faktoren, psychische Belastungen und Medikamente eine Rolle spielen.

Auch die Sorge, eine Erektion zu verlieren, kann dazu führen, sexuelle Aktivität zu beschleunigen. Deshalb sollten Erektions- und Ejakulationsprobleme bei gemeinsamem Auftreten nicht isoliert voneinander betrachtet werden.

Vorzeitiger Samenerguss

Diagnostik bei vorzeitigem Samenerguss

Libido, Orgasmus und andere Veränderungen der Ejakulation

Sexuelles Verlangen kann durch Allgemeingesundheit, hormonelle Faktoren, Schlaf, Stress, depressive Symptome, Beziehungssituation, Alkohol oder andere Substanzen und bestimmte Medikamente beeinflusst werden. Es gibt keine einzelne normale Häufigkeit sexuellen Verlangens, die für alle Menschen gilt. Entscheidend sind Ausgangsniveau, Veränderung im Zeitverlauf und die subjektive Belastung.

Ejakulationsstörungen umfassen mehr als vorzeitige Ejakulation. Verzögerte Ejakulation, fehlende Ejakulation, retrograde Ejakulation – bei der Samenflüssigkeit in Richtung Harnblase gelangt – und schmerzhafte Ejakulation haben unterschiedliche Ursachen und diagnostische Wege.

Orgasmusgefühl und Austritt von Samenflüssigkeit sind außerdem nicht dasselbe. Eine Funktion kann verändert sein, während die andere erhalten bleibt.

Solche Beschwerden sollten nicht automatisch einer Hormonstörung oder einem einzelnen Medikament zugeschrieben werden. Verschreibungspflichtige Medikamente sollten nicht eigenmächtig abgesetzt oder verändert werden.

Penisverkrümmung und Peyronie-Krankheit

Eine angeborene Penisverkrümmung und eine später erworbene Peyronie-Krankheit sind unterschiedliche Situationen. Bei Peyronie können tastbare Plaques oder Verhärtungen, Krümmung, Formveränderung, Schmerzen bei der Erektion, wahrgenommener Längenverlust oder Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr auftreten.

Zur Beurteilung gehören Beginn und Verlauf, Stabilität der Veränderung, Schmerzen und Erektionsfunktion. Der Krümmungswinkel allein entscheidet nicht über eine Behandlung. Krankheitsphase, funktionelle Einschränkung und individuelle Prioritäten können den Zeitpunkt und die Art möglicher Maßnahmen beeinflussen.

Wie werden Behandlungsmöglichkeiten ausgewählt?

Es gibt keine für alle Männer identische Behandlungsreihenfolge. Zunächst werden Art der Beschwerde, mögliche Ursachen, Allgemeingesundheit, Medikamente und persönliche Präferenzen berücksichtigt.

Je nach Diagnose können Aufklärung und Veränderung beeinflussbarer Faktoren, psychosexuelle Unterstützung, Medikamente, Hilfsmittel, Injektionstherapien oder operative Verfahren eine Rolle spielen. Dass eine Methode verfügbar ist, bedeutet nicht, dass sie für jede Person geeignet ist. Evidenzqualität, mögliche Nachteile, praktische Anwendung, Reversibilität und persönliche Ziele sollten zusammen betrachtet werden.

Wann kann eine Stoßwellentherapie diskutiert werden?

Die niedrigintensive extrakorporale Stoßwellentherapie (Li-ESWT) wird bei ausgewählten Männern mit vermutlich vaskulär bedingter erektiler Dysfunktion diskutiert. Die berichteten Verbesserungen sind im Mittel begrenzt und die Methode ist nicht für jede Form der erektilen Dysfunktion geeignet. Patientenauswahl, verwendetes Protokoll und Erwartungsmanagement sind deshalb relevant.

Stoßwellentherapie bei erektiler Dysfunktion

Wann kommt eine Penisprothese in Betracht?

Eine Penisprothese ist eine operative Behandlungsmöglichkeit bei erektiler Dysfunktion. Sie kann insbesondere dann in Betracht kommen, wenn andere geeignete Verfahren nicht ausreichend wirken, nicht vertragen werden oder nach umfassender Information nicht gewünscht sind.

Vor einer Operation müssen Nutzen und mögliche Nachteile einschließlich Infektion, mechanischer Probleme und dauerhafter anatomischer Veränderungen besprochen werden.

Penisprothese

Wann ist eine Penisprothese eine Option?

Warum ist bei Medikamenten und Internetprodukten Vorsicht wichtig?

Verschreibungspflichtige Medikamente gegen sexuelle Funktionsstörungen können Wechselwirkungen haben oder bei bestimmten Erkrankungen kontraindiziert sein. PDE-5-Hemmer wie Sildenafil dürfen beispielsweise nicht zusammen mit Nitraten eingenommen werden, weil der Blutdruck gefährlich abfallen kann.

Bei Produkten, die online als „natürlich“, „pflanzlich“ oder „verzögernd“ beworben werden, lassen sich Zusammensetzung, Dosis und Qualität nicht allein aus Werbeaussagen ableiten. Auch das Teilen verschreibungspflichtiger Medikamente, eigenmächtige Dosiserhöhungen oder das abrupte Absetzen bestehender Behandlungen sind keine sichere Vorgehensweise.

Verzögerungssprays und andere Produkte: Risiken

Dapoxetin

Sildenafil: Wirkdauer und Risiken

Sertralin: sexuelle Nebenwirkungen

Was wird bei der ersten Beurteilung besprochen?

Ein sexualmedizinisches Gespräch besteht nicht nur aus der Frage, ob „es funktioniert“. Je nach Beschwerde können folgende Punkte relevant sein:

Nicht jeder Mann benötigt dieselben Tests. Blutuntersuchungen, hormonelle Diagnostik, Bildgebung oder spezielle Funktionstests werden entsprechend der klinischen Fragestellung eingesetzt. Bei Bedarf kann eine Mitbeurteilung durch andere Fachgebiete oder psychologische beziehungsweise psychosexuelle Unterstützung sinnvoll sein.

Erste urologische Untersuchung

Privatsphäre und gemeinsame Entscheidung

Sexuelle Beschwerden anzusprechen kann schwierig sein. Ein sachliches, nicht wertendes Gespräch und die Beschränkung auf medizinisch relevante Fragen sind deshalb wichtig.

Die Teilnahme einer Partnerin oder eines Partners ist nicht grundsätzlich erforderlich. Wenn die betroffene Person zustimmt und es für die Fragestellung hilfreich ist, kann ein gemeinsames Gespräch zusätzliche Informationen liefern.

Eine Behandlungsentscheidung sollte weder auf einem einzelnen Testwert noch auf der Popularität einer Methode beruhen. Persönliche Prioritäten, Begleiterkrankungen, Beziehungskontext und die realistischen Vor- und Nachteile der Optionen gehören zur gemeinsamen Entscheidungsfindung.

Wann ist eine dringliche Abklärung erforderlich?

Eine Erektion, die etwa vier Stunden oder länger anhält – insbesondere wenn sie schmerzhaft ist –, muss wegen eines möglichen Priapismus dringlich medizinisch beurteilt werden. Auch bei schwerem Genitaltrauma, nicht kontrollierbarer Blutung oder plötzlich starken genitalen Schmerzen sollte nicht auf einen Routinetermin gewartet werden.

Häufige Fragen

Welcher Arzt behandelt männliche Sexualfunktionsstörungen?

Erektions-, Ejakulations- und strukturelle Penisprobleme können urologisch beurteilt werden. Werden relevante hormonelle, kardiovaskuläre, medikamentöse, psychische oder partnerschaftliche Faktoren festgestellt, können weitere Fachrichtungen in die Abklärung einbezogen werden.

Können erektile Dysfunktion und vorzeitiger Samenerguss gleichzeitig auftreten?

Ja. Die Angst, die Erektion zu verlieren, kann Ejakulation beschleunigen; umgekehrt kann die Sorge um eine zu frühe Ejakulation die Erektionsfähigkeit beeinflussen. Bei gemeinsamem Auftreten sollten Beginn, Verlauf und gegenseitige Beeinflussung beider Beschwerden getrennt erfasst werden.

Muss die Partnerin oder der Partner bei der Untersuchung dabei sein?

Nein. Eine Begleitung ist nicht zwingend. Wenn die betroffene Person zustimmt, kann eine gemeinsame Besprechung in bestimmten Situationen hilfreich sein.

Braucht jeder Mann mit Erektionsproblemen einen Penisdoppler?

Nein. Der Penisdoppler wird gezielt eingesetzt, wenn eine vaskuläre Fragestellung geklärt werden soll und das Ergebnis für die weitere Entscheidung relevant sein kann.

Hinweis

Diese Seite bietet allgemeine medizinische Informationen und keine persönliche Diagnose, Therapie- oder Medikamentenempfehlung. Die Ursache einer Beschwerde und geeignete Optionen können nur im individuellen medizinischen Kontext beurteilt werden.

Quellen2 Quellen
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